Legislaturprogramm 2026–2031

Die gegenwart gestalten und zukunft ermöglichen!

Freiburg erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Zahlreiche Projekte wurden bereits umgesetzt, um die Lebensqualität zu verbessern, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Stadt nachhaltiger zu gestalten. Doch angesichts der umweltpolitischen Herausforderungen, der wachsenden sozialen Ungleichheiten und der weltweiten Zunahme reaktionärer Bewegungen, ist unser Engagement dringender denn je. Die GRÜNEN haben eine klare Vision: eine ökologische, solidarische und attraktive Stadt, die auch in einer ungewissen Zukunft gedeihen kann.

Die GRÜNEN der Stadt Freiburg fordern einen Wohlstand, der auf folgenden Grundsätzen beruht:

  • Umweltverantwortung: innerhalb der planetaren Grenzen handeln
  • Lokale Kreislaufwirtschaft und Solidarität: mit weniger besser leben
  • Soziale Gerechtigkeit: gleiche Chancen für alle schaffen, auch für die Schwächsten
  • Kollektive Kreativität: kulturelle Innovation und Bürger:innen-Beteiligung fördern

Freiburg im Jahr 2031: eine zukunftsfähige, gerechte und inspirierende Stadt – ein Vorbild für nachhaltigen Wohlstand.

 

UMWELT — Als Stadt unsere Lebensgrundlagen erhalten

Unsere Vision

Freiburg muss sich im Rahmen der planetaren Grenzen entwickeln: Den Klima- und Biodiversitätsschutz sicherstellen, den städtischen Raum neu denken und den ökologischen Fussabdruck verringern. Jede Entscheidung der Gemeinde muss zum Aufbau einer Stadt beitragen, die Sorge zu unseren Lebensgrundlagen trägt.

Unsere Forderungen

  • Biodiversität als systematisches Anliegen
  • Ein gesundes Lebensumfeld
  • Ein geteilter und verkehrsentlasteter öffentlicher Raum
  • Eine langfristige Trinkwasserversorgung
  • Weniger Asphalt, mehr Leben in unseren Böden

Unsere Vorschläge

Klima und Biodiversität: Jetzt handeln!

  • Vernetzung von Naturräumen in unserer Stadt: die ökologische Infrastruktur planen
  • Konsequente Bekämpfung von Hitzeinseln
  • Strenge Regulierung von Lichtverschmutzung: Werbebeleuchtung nachts einschränken
  • Beschleunigung von Baumpflanzungen:  lokale, klimaresiliente Arten vorziehen
  • Förderung von Regenwassernutzung: Subventionen und Vorgaben für Neubauten schaffen

Stärkung der Klimamediation: lokale Lösungen gemeinsam mit allen Akteur:innen entwickeln

Nachhaltiges Bauen: vorbildliche Raumgestaltung

  • Systematische Begrünung von Fassaden und Flachdächern: steuerliche Anreize und administrative Vereinfachungen bieten
  • Entsiegelung der Böden bei allen Aufwertungsprojekten mit dem Ziel Netto-Null-Neuversiegelung
  • Favorisierung von Holz und biobasierten Materialien bei Neubauten und Sanierungen
  • Reduktion von Beton- und Asphaltverbrauch: sanieren statt neu bauen.
  • Energetische Sanierung von Gebäuden der Klassen F und G für institutionelle Eigentümer verbindlich festlegen (gestaffelter Zeitplan)

 

Öffentlicher Raum & Mobilität: hin zu einer beruhigten und ressourcenschonenden Stadt

  • Weiterentwicklung der Effizienz des öffentlichen Verkehrs: Taktfrequenzen, Erschliessung und Zugänglichkeit (Sozialtarife, Intermodalität) aufwerten
  • Schaffen von Anreizen zum Verzicht auf Autos im Stadtzentrum
  • Ausbau eines sicheren und durchgängigen Netzes für Fuss- und Veloverkehr mit Priorität bei Schulen und Arbeitszentren.
  • Einführung von Mobilitätskonzepten für alle grossen verkehrserzeugenden Einrichtungen : Reduktionsziele für den motorisierten Individualverkehr definieren
  • Förderung einer Stadt der kurzen Wege («15-Minuten-Stadt»): Infrastruktur und verkehrsberuhigte öffentliche Räume erschaffen
  • Entwicklung hochwertiger öffentlicher Räume, welche die tägliche Bewegung, Entspannung und Begegnungen fördern.
  • Reduktion von visuellen Belastungen: Werbebildschirme und Werbeplakate im öffentlichen Raum einschränken

 

WOHLSTAND — Wohlstand ist sozialer Zusammenhalt

Unsere Vision

Freiburg versteht sich als eine Stadt, deren Wohlstand auf einem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen, auf mehr Lebensqualität, Solidarität und Inklusion basiert. Durch die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Förderung einer humanen und lokalen Wirtschaft schafft Freiburg eine attraktive, lebenswerte und gerechte Stadt.

 

Unsere Forderungen

  • Eine lokale und solidarische Kreislaufwirtschaft
  • Nachhaltiger, kooperativer und bezahlbarer Wohnraum
  • Suffizienz: mit weniger besser leben
  • Eine lebendige Kultur als Kraft des Zusammenlebens
  • Bürger:innen-Beteiligung in allen Quartieren
  • Eine inklusive und feministische Stadt ohne Diskriminierung

 

Unsere Vorschläge

Lokaler Wohlstand: Ressourcen nachhaltig bewirtschaften

  • Ausbau der lokalen Kreislaufwirtschaft: grüne Innovationszentren, Ressourcenteilung, Recht auf Reparatur fördern
  • Stärkung von lokalem Gewerbe und Gastronomiebetrieben durch moderate Mieten, Genossenschaftsmodelle, und wirtschaftliche Begleitung
  • Förderung nachhaltiger Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich sowie in sozialen, kulturellen und ökologischen Bereichen
  • Entwicklung einer ambitionierten Wohnraumpolitik: Genossenschaften, kommunale Liegenschaftspolitik fördern, Spekulation bekämpfen
  • Gerechte Besteuerung und stärkere Umverteilung: öffentliche Dienstleistungen finanzieren und Ungleichheiten verringern
  • Stärkung der digitalen Souveränität durch freie, transparente und offene Software

 

Inklusion: eine Stadt für alle

  • Entwicklung einer kommunalen Strategie für Inklusion, Vielfalt und Gleichstellung
  • Systematische Integration der Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen in die ökologische Transformation
  • Gestaltung von zugänglichen, sicheren und diskriminierungsfreien öffentlichen Räumen
  • Umsetzung von städtebaulichen Planungen gemeinsam mit Betroffenen, insbesondere mit Menschen mit Behinderungen
  • Durchsetzung von Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und Stärkung inklusiver Arbeitgeberstandards Erhöhung der Präsenz von Sozialarbeitenden: Isolation bekämpfen und soziale Bindungen stärken
  • Förderung des Zugangs zu Bewegung für alle durch inklusive und generationsübergreifende Sportangebote (z. B. Förderung des Frauensports und ein 50-Meter-Hallenbad)

 

Sozialer Zusammenhalt: Solidarität und Beteiligung stärken

  • Bekämpfung von Vereinsamung durch aktive Quartierpolitik: Belebung des Quartierlebens, Begegnungsorte, generationenübergreifende Aktivitäten und Nachbarschaftshilfe fördern
  • Reduktion von materiellem Konsum: teilen, tauschen und reparieren
  • Ausbau der Bürger:innen-Beteiligung: Quartierräte, partizipative Budgets, regelmässige Konsultationen einführen
  • Zugang zu klimafreundlicher Ernährung sichern: biologisch, pflanzlich, lokal und bezahlbar
  • Stärkung der Kollaboration zwischen sozialem Zusammenhalt und sportlichen Aktivitäten, insbesondere durch partizipative und integrative Projekte
  • Förderung von Bewegung als wesentlicher Faktor für körperliche Gesundheit, geistiges Wohlbefinden und soziale Bindungen
  • Sicherstellung eines offenen, verständlichen und zugänglichen Sozialdiensts für alle

Garantieren eines nicht-digitalen Zugangs zu allen städtischen Dienstleistungen

 

Kultur und Zusammenleben: Kreativität als gemeinsamer Motor

  • Umsetzung einer ambitionierten Kulturpolitik: der Vielfalt der lokalen Akteur:innen gerecht werden und Freiburg als Zentrum der neuen Kulturregion positionieren
  • Stärkung der Zweisprachigkeit als Motor des Wohlstands und als Faktor der Inklusion
  • Stärkerer Einbezug des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Kulturprojekte, insbesondere für partizipative und inklusive Aspekte
  • Ausbau der kulturellen Teilhabe: Zugang erleichtern, kulturelle Bildung stärken und den demokratischen Diskurs fördern
  • Unterstützen von Buch und Lesen: lebendige Bibliotheken, kulturelle Vermittlung und Quartierprojekte propagieren
  • Unterstützung einer nachhaltigen und kreativen Wirtschaft als Zukunftssektor